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Forbes Magazine

lifefood Gründerin Tereza Havrlandová im Interview

lifefood und Tereza Havrlandová im Forbes Magazine. Erfahrt mehr über die Entstehungsgeschichte von lifefood und unsere Pläne für die Zukunft. Wir haben für Euch übersetzt:

Forbes Magazine: Alles begann mit einem Unfall. Tereza Havrlandová (33) surfte an der Australischen Küste und verlor die Kontrolle über ihr Kite. Eine starke Böe stieß sie gegen eine Düne. Sie brach sich die Schulter.

So gelangte die Rechtwissenschafts- und BWL Studentin, die anderthalb Jahre lang die Welt bereiste, arbeitete und sportlich aktiv war, erst ins Krankenhaus und dann für eine lange

Genesungszeit zurück in die Tschechische Republik. „Ich konnte kaum etwas machen und war extrem gelangweilt“, erzählt sie heute in ihrem Unternehmen in Běchovice, am Rande Prags.

Auf Reisen entdeckte Tereza Havrlandová ihre Leidenschaft für „Rohkost“ – Lebensmittel, die unter 42°C zubereitet werden. Doch auch, wenn diese in den USA und Australien einfach zu bekommen waren, konnte sie in Tschechien keine finden. Also gründete sie ihr eigenes Unternehmen: lifefood entstand. Ein Importunternehmen für Gerstengras, ungeröstete Kakaobohnen, Algen und  Apfelessig. „Ich habe versucht diese Produkte in Gesundheitsläden zu verkaufen, aber das funktionierte nicht. Da realisierte ich, dass ich Produkte anbieten muss, die im Alltag benötig werden.“

Tereza Havrlandová kaufte eine alte Bäckerei im Zentrum von Prag und baute Trockenräume für Kräcker und Gebäck. Die Bank verwehrte ihr einen Kredit, also lieh sie Geld von Bekannten mit 25% Zinsen. Sie begann mit 800.000 Tschechischen Kronen (knapp 30.000€), dann wurden es Hundertausende, bis sich alles auf einige Millionen summierte.

Schließlich nahm sie eine Hypothek auf das Grundstück Ihrer Mutter als Sicherheit. Es schien, als seien die Dinge außer Kontrolle geraten, das Unternehmen warf nicht genug Gewinn ab, um ohne weitere Finanzspritzen zu funktionieren und auch die geliehenen Millionen konnten nicht zurückgezahlt werden. „Ich sah, dass Tschechien zu klein war, um das zu erreichen, was ich wollte. So begann ich über ausländische Märkte nachzudenken“, sagt Tereza Havrlandová.

Sie gewann ihren ersten Großkunden in Deutschland, ein Jahr später einen Deutschen Investor, der 49% der Firmenanteile übernahm. 5 Jahren später war lifefood in der Lage seine Schulden zurück zu bezahlen. Schritt für Schritt nahm das Unternehmen den Vertrieb in 15 Ländern, wie Holland, England und Dubai, auf. Aktuell bereitet es den Markteintritt in Kanada vor und will zukünftig auch in den USA aktiv sein. In allen Ländern werden Bars, Brote, Kekse, Schokoladen und weitere Kreationen vertrieben. Die Umsätze des Unternehmens wachsen jährlich im zweistelligen Prozentbereich. Im letzten Jahr wurde die 200 Millionen Grenze überschritten und es wird mit einem Umsatz von 260 Millionen gerechnet. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibung liegt bei 25 Millionen Tschechischen Kronen.  

 

TEXT: JANA DRESSELOVÁ, PHOTO: JANA JABůRKOVÁ