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Verunglückt: Drama pur bei Expedition Pro Natur

28.08.2012 15:28

Erfahrt, wie Erwin Corpataux seine Rohkost-Mission trotz eines Unglücks erfolgreich beendete.

Erwin Corpataux -  ein Mann, der bereits viel mitgemacht hat in seinem Leben. 300 Meter stürzte er im Jahr 1990 mit seinem Gleitschirm in die Tiefe. Ein Schicksalsschlag, der seinem Leben von einem Moment auf den anderen eine komplett neue Richtung gab.

Nicht nur sein Bein und drei Wirbel waren zertrümmert. Nach vielen Operationen entließ ihn die Schulmedizin mit einer niederschmetternden Botschaft: Sie können leider nie mehr richtig Sport treiben…In zwei Jahren brauchen sie sowieso ein künstliches Kniegelenk.

Eine Tatsache, mit der sich Erwin Corpataux nicht abfinden wollte. Eine Tatsache, die ihn zur Rohkost brachte. Heute ist er körperlich fitter, als viele von uns und setzte sich mit der Expedition Pro Natur 2012 ein Ziel, welches sich viele im Alter von 60 Jahren nicht mehr zutrauen würden: Die Besteigung des 8611 Meter hohen K2, im Karakorum Gebirge.

Getreu dem lifefood Motto „Cruelty free“ wurde während der Expedition auf Tierprodukte verzichtet. Fleisch, Geflügel, Eier und Milchprodukte waren Tabu, „weil“, so Erwin Corpataux, „wir Tier-Quälerei, Schlachtung, Tötung, Angst der Tiere, usw. nicht unterstützen wollen.“

 

Doch auch diesmal brauchte Erwin einen Schutz-Engel. Lest in seinem spannenden Reisebericht, was geschah:

"15. Juli 2012, heute feiere ich meinen 61-jährigen Geburtstag… Dank der super-Arbeit meines Schutzengels, welcher mich am 28. Juni 2012 bei meinem Horror-Absturz über 350 Höhenmeter, am 8611 Meter hohen K2 so ausgezeichnet beschützt hat… viel mehr, als das zu schreiben was du im Moment liest, kann ich nicht… Aber mein Körper erholt sich dank der Vitalkost, jetzt sehr schnell wieder von all den harten Schlägen des K2 auf meinem ganzen Körper… Es begann so:

Schon vor 3 Jahren, war ich (mit meinem Sohn Ronny) am CHO OQU (8201 Meter hoch) dem sechst-höchsten Berg der Erde, unterwegs Richtung Gipfel… Dort stellte ich fest, dass ich die extreme Höhe sehr gut vertrug. Nur kam leider 1-2 Tage zu früh ein orkanartiger Sturm auf, mit Windgeschwindigkeiten weit über 100 km/h, und einer brutalen Kälte von – 42° Celsius auf 7.200 Metern, was rund – 50° Celsius auf dem Gipfel bedeutete… Zu kalt um ohne Erfrierungen zurück zu kommen!!! Der Sturm dauerte 9 Tage lang… So lange konnten wir, wegen der Arbeit zu Hause nicht mehr warten…Wir mussten ohne Gipfel-Besteigung nach Hause zurückfliegen…

Vor 2 Jahren beschloss ich nun einen letzten Versuch in extremer Höhe zu machen:
Ich wollte im Jahr 2012, mit 100 % VITALKOST, ganz natürlich, und ohne künstlichen Sauerstoff, den Gipfel des zweithöchsten Berges der Welt besteigen. Den 8611 Meter hohen K2 im Norden von Pakistan, welcher auch als schwierigster 8000er gilt.

Also bereitete ich meinen Körper darauf vor… 2 Jahre lang…mit über 100 Gebirgsläufen von mehr als 1100 Höhenmeter Aufstieg am Stück und wieder Abstieg, mit vielen Berg-Besteigungen, auch über 4000 Meter in den Schweizer Alpen… Im Winter mit Lauftraining im Schnee, mit Schneeschuhen + viel Gepäck, mit Skitouren und Winter-Übernachtungen im Zelt auf unseren Voralpen-Gipfeln, aber auch mit Klimmzügen, Liegestützen, usw.…
Also reiste ich am 3. Juni 2012, sehr gut vorbereitet, ab nach PAKISTAN… ins KARAKORUM-GEBIRGE welches sich dem westlichen HIMALAYA anschließt… und zu den schönsten, wildesten Berggebieten der Erde gehört… Vom letzten besiedelten kleinen Dorf (Askole) geht es in 6-7 Tagesmärschen über den BALTORO- und den GODWIN-AUSTEN-GLETSCHER hinauf, bis ins Basislager des K2, auf 5100 Meter über dem Meer. Das sind rund 100 km von Askole.


Die Rohkost-Ernährung

Zu Hause habe ich mit meiner Frau Sonja, 240 Stück ROHKOST-ENERGIE-RIEGEL (14 verschiedene Sorten) hergestellt…, aus Obst, Früchten, wilden Beeren, wilden Kernen + Samen, Nüssen, Wildkräutern, Gemüse, Baumblätter, usw.… Diese habe ich in einer großen Expeditionstasche dabei, mit zusätzlich vielen Trockenfrüchten, Nüssen, Kernen, Hanfsamen, Oliven, Wildkräutern, Chlorella-Algen, Naturhefe, usw.… Alles in ROHKOST-Qualität von Keimling Naturkost, lifefood Rohkost AG, ökologisch Gut und Pure Raw.

Dazu kaufen wir in Pakistan viele frische ROHKOST ein, wie: Mangos, Äpfel, Papayas, Bananen, Hunza-Aprikosen, Melonen, Gurken, Tomaten, Möhren, Rote Beete, Fenchel, Paprika, Kohl und anderes Gemüse…
Es ist für ATP (Adventure Tours Pakistan) das 1. Mal, dass ein Bergsteiger mit 100 % Vitalkost auf so eine Expedition geht... Die Leiter von ATP geben sich bei der Organisation alle Mühe, sind auch sehr lernbereit und offen für diese neue Art der Verpflegung… Unser Koch vom Hunza-Tal gibt sich ebenfalls die größte Mühe…, für alle, ob Fleischesser, Vegetarier, und auch für mich… Weiter oben wo es kälter wird, wärmt er sogar meine ROHKOST auf ca. Körpertemperatur auf, bevor er sie mir auf einem vorgewärmten Teller serviert… DANKE! Außerdem gibt er sich alle Mühe, mir auch für‘ s Auge, schöne Teller zu machen… Klar, muss ich ihm nach wenigen Tagen erklären, dass ich zum Frühstück nur 1-2 Früchte nehme (oder überhaupt nichts) und dass ich Obst oder Früchte niemals zum Nachtisch, sondern, wenn überhaupt, nur als Vorspeise (auf leeren Magen) esse… Es gibt natürlich ein paar Ausnahmen, wie z. B.: Die Papaya…, oder: Früchte mit Wildkräuter…

Am K2 angekommen, helfen wir (mein Deutscher, sehr erfahrener Kletter-Partner und ich) den Einheimischen, die Zeltplätze zu erstellen und ich merke sofort, dass ich die Höhe von 5100 Meter, hier sehr gut ertrage. 2 Tage später steigen wir ein 1. Mal auf 5800 Meter hinauf, auf der schwierigen CESEN-Route… Dann Schneefälle und abwarten im Base Camp, bis der Schnee sich gesetzt hat, oder die Lawinen wieder runter sind…

Nach wenigen Tage: 2. Aufstieg, diesmal auf etwa über 6000 Meter ins Höhenlager I (ein Adlerhorst!!). Wir sind zu viert im Aufstieg: Der 54-jährige Deutsche Peter (er hat schon 7 Achttausender bestiegen = sehr erfahren), die 2 Pakistaner Amin und Asghar (erfahrene Höhenbergsteiger, 33 + 29-jährig) und ich, rund 61-jährig… Trotz meinem Alter habe ich keine Mühe das Aufstiegstempo der anderen mitzuhalten...: Dank der VITALKOST??


Felsen, Wind und Schnee

Wir versuchen im Höhenlager I einen Platz zu bauen für das 2. Zelt… unmöglich… es ist überall zu steil, zu felsig…  Peter sagte, ich solle mit Asghar hier oben die Nacht verbringen und Morgen ins Höhenlager II auf 6750 Meter aufsteigen… Er selbst steige jetzt mit Amin ins Base Camp ab, und komme dann Morgen wieder ins Höhenlager I (englisch: High Camp I) hoch… Es ist Nachmittag… 15:30 Uhr… Einige Felsen verdecken die Sicht weiter unten… Deshalb sehen wir nicht, dass Peter und Amin etwa 200 Meter weiter unten in ein „Schneebrett“ geraten und mitgerissen werden!!

Peter hat sehr viel Glück, kann nach wenigen Metern anhalten. Aber Amin stürzt mit dem Schneebrett den ganzen Rest des K2 Berghangs (ca. 600 Höhenmeter) hinunter…! Er hat riesen Glück im Unglück… Eine Risswunde oben am Kopf, sowie viele Schürfungen und Prellungen… Aber wenigstens kein Knochen gebrochen…! Peter steigt so rasch wie möglich ab und hilft Amin beim Rückmarsch ins Base Camp, wo Amin endlich gepflegt werden kann…

Unterdessen bereiten sich Asghar und ich für die Nacht vor…Wir müssen das Zelt und das ganze Material an den Felsen festbinden… Um zu „stuhlen“ müssen wir uns mit einem Seil um den Bauch sichern, zuerst 4 Meter absteigen und von einem mini, halbflachen Plätzchen, unsere „Not“ über die Felswand runter lassen…!

In der Nacht schlafe ich ausgezeichnet und fühle mich am Morgen so munter und fit, dass ich sofort ins High Camp II aufsteigen will... Da sagt mir leider der junge Pakistaner: Er müsse sofort absteigen! Er habe die ganze Nacht sehr schlecht geschlafen…, und leide jetzt an starken Kopfschmerzen… So konnte ich in nicht allein absteigen lassen! Also steigen wir ab…, zurück ins Basis-Lager…

Peter hat für Amin den Helikopter bestellt…Leider kann dieser die nächsten 4 Tage nicht kommen weil sich das Wetter verschlechtert hat. Es schneit wieder… Wir warten und pflegen Amin so gut es geht. Amins Beine gehen recht gut… Deshalb marschiert er am 4. Tag selber, langsam hinunter zum CONCORDIA-PLATZ… Von da an, trägt ihn ein Pferd zurück nach Askole, in die Zivilisation…

 

Das Unglück

Da unsere Spur und die Fixseile, welche wir mühsam ausgegraben haben, immer wieder von Schneefällen und Lawinen zugedeckt werden, entscheidet Peter, dass wir unser Höhenlager I auf der CESEN-Route abbrechen, und das ganze Material auf die Normal-Route (Abruzzi-Grat) verlegen, wo wir unsere Kräfte mit den sehr wenigen Bergsteigern welche dieses Jahr auf den K2 wollen, bündeln können… So können wir abwechselnd „Spuren“ und einrichten, und damit für alle die Chancen auf den Gipfel-Gang erhöhen… Im Moment sind wir total nur noch 9 Bergsteiger am K2: 2 aus Russland, 1 Pole, 1 Italiener, 1 Nepalere, 1 Pakistaner, Peter der Deutsche, unser Pakistaner und ich als Schweizer.

Also: 3. Aufstieg ins High Camp I um das Material zu holen…Diesmal sind wir wegen besserer Akklimatisation bereits 1 Stunde schneller oben… Mein Rucksack ist als erster vollgepackt… Peter sagt mir: Du kannst schon absteigen…, wir kommen bald nach… Da es oben sehr steil ist, klettere ich die ersten 200 Meter auf den Frontzacken meiner Steigeisen, rückwärts, wieder ab…

Dann passiert es:
Mein oberes Steigeisen rutscht auf einer mit Schnee bedeckten, stark hängenden Steinplatte aus…, gegen das untere Steigeisen, wo es sich auch noch perfekt verfängt…, so dass ich wie mit gefesselten Füßen aus dem Gleichgewicht geworfen werde…, stürze…mal mit dem Kopf voraus, mal mit den Beinen voraus, zwischendurch überschlägt es mich mehrmals nacheinander…, oder ich fliege ein Stück durch die Luft…, schlage wieder hart auf.. und stürze weiter, in horrendem Tempo…, das extrem steile Gelände hinunter…, haarscharf an herausragenden Felsgraten + Felsblöcken vorbei…, oder ich fliege einfach über die Steine!!!
Mein Schutzengel leistet wieder einmal ganze Arbeit… DANKE,DANKE… Wie durch ein Wunder schlage ich immer nur auf weicherem oder auch hartem Schnee auf…stürze weiter..., bis ich schreie „Herrgott Hilf“…"



Lest am Freitag, wie es Erwin gelang sich aus seiner Lage zu befreien.

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