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Mit Rohkost durch die USA

01.08.2012 11:07

Michael Seipelt in San Francisco

Michael Seipelt erfüllte sich im letzten Monat einen Kindheitstraum und fuhr mit seinem 80er-Jahre-Rennrad von San Francisco nach New York. Seit einem Jahr ist er veganer Rohköstler. Selbstverständlich dreht sich bei seiner Reise auch alles um die Rohkost. lifefood fragte nach:

lifefood: Seit wann ernährst du dich von Rohkost und wie kam es dazu, dass du dich hierfür entschieden hast?

Michael: Ich hab vor ca. einem Jahr begonnen meine Ernaehrung auf Rohkost umzustellen. Vor neun oder zehn Jahren wurde ich Veganer (damit kam natürlich auch der Verzicht auf Alkohol, Drogen etc.) Ich find‘s so schade oder bescheuert, dass ich nicht schon viel frueher auf den Gedanken gekommen bin mich rohkoestlich zu ernaehren - kann es heute einfach nicht mehr verstehen - denn ich war waehrend der letzten Jahre ständig bestrebt, gesund zu leben.
Da fehlte einfach das Wissen. Ich hatte auch in meinem Umfeld nie jemanden, der sich wirklich bemueht hat, was Vernuenftiges zu sich zu nehmen. So bin ich einfach eines morgens aufgewacht und dachte so darueber nach, dass es doch albern ist, immer bestrebt zu sein, frische und aus biologischem  Anbau stammende Lebensmittel zu haben und sie dann durch kochen, braten, backen und was es sonst noch alles gibt in ihrer Struktur zu zerstören, um dann naehrstoffarme (tote) Dinge zu essen. Macht einfach keinen Sinn sich nicht so zu ernaehren...


lifefood: War es schwer sich unterwegs mit Rohkost zu ernähren?

Michael: Nein, ueberhaupt nicht. Teilweise war es schwerGemuese und Obst in guter Qualitaet zu finden, aber ansonsten ging‘s. In den trockenen Gebieten war es ab und zu schwer Wasservorkommen zu finden, aus denen ich mir Trinkwasser filtern konnte...


lifefood: wo liegt für dich der Unterschied zwischen der amerikanischen und der deutschen Auswahl des Rohkostsortimentes?

Michael: In vielen Teilen der USA ist die Auswahl an, ich sag mal, vorbereiteten Lebensmitteln, wie Brot, Cracker, Schokoladen, Snacks, Riegeln, im Gegensatz zu Deutschland, schon ziemlich groß - womit ich wirklich nicht gerechnet hätte...
In manchen Biolaeden gab es teilweise 10 verschiedene Brotsorten und 20 verschiedene Riegel. Da haben sich schon einige Hersteller einen Namen gemacht. Auch mitten im Land, in kleinen Doerfern, wo man nie Produkte dieser Qualität erwarten wuerde, hab ich ein paar Laeden gefunden, die Rohkostprodukte im Sortiment haben...auch Gemuese und Obst aus KBA waren ziemlich häufig zu finden. Außerdem gab es auch viele regionale Produkte, eine Entwicklung, die ich sehr positiv finde...
Es waren natürlich, wie zu erwarten, auch Produkte dabei, die als RAW* deklariert waren,  im Kleingedruckten stand dann 90 Prozent roh, aber solche Unternehmen gibt‘s ja immer. Ich hab sogar an Tankstellen Rohkostriegel kaufen können - fand ich nett.
Mein Fazit: dort entsteht gerade, wie in Deutschland ein Markt für solche Dinge...die USA wird aber nach wie vor von den zerstoererischen Unternehmen wie W-Mart angeführt, die sich nicht um gesunde Ernaehrung kuemmern. Ich habe im ganzen Markt, außer in Plaste abgepackten, aus KBA stammenden Spinat, nicht ein Produkt finden können, das vegan, bio und rohkoestlich ist...


lifefood: Würdest du dieses Projekt noch einmal machen?

Michael: Ich habe mich schon für ein neues Projekt mit aehnlichen Ausmaßen entschieden. Diesmal ist Nordeuropa dran. Das steht dann fuer naechsten Sommer an...

 

lifefood wünsch dir, lieber Michael, viel Erfolg bei deinen weiteren Projekten.

Lest hier Teil 1 des Interviews mit Michael - Veganer Rennradler zurück in der Heimat

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