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Gesund, lecker und abwechslungsreich!

02.10.2012 12:07

Ein Interview mit RTL2-Moderatorin Anett Mende

Anett Mende
Fotos by Frank Dicks / RTL II

„Ich bin kein großer Freund von Labels. Auch wenn ‚vegan‘ ja auch ein Label ist. Aber ich mag es nicht, mich in eine Form wie ‚100 Prozent roh‘ zu pressen“, verriet uns Anett Mende, Moderatorin und Redakteurin bei RTL 2, in einem kleinen Interview. Erfahrt heute, wie Sie zum Thema Rohkost steht.

Lieber Frau Mende, wie würden Sie sich als Mensch beschreiben: Wer sind Sie? Was ist Ihnen besonders wichtig? Worauf legen Sie in Ihrem täglichen Leben viel Wert?

Wow, eine schwierige Frage. Wie bin ich? Ich habe so viele Interessen und Facetten, dass es schwer ist, hier was herauszupicken. Aber ich würde mich als sehr offenen Menschen beschreiben. Ich probiere gerne immer wieder neue Dinge aus. So wird das Leben nie langweilig. Ich reise sehr gerne und liebe es, neue Menschen und andere Kulturen kennen zu lernen. Dadurch verändert sich der Blickwinkel auf die Dinge. Außerdem lernt man sich selbst besser kennen, wenn man unterwegs ist. Was mir wichtig ist im Leben? Meine Familie und meine Freunde natürlich. Aber auch, die Menschen nicht zu vergessen, denen es nicht so gut geht wie mir. Und Natur. Und mit mir im Reinen zu sein.

Wie würden Sie Ihren persönlichen Ernährungsstil umschreiben und welche Rolle spielt die Rohkost hierbei?

Meine Ernährung ist gesund, lecker und abwechslungsreich. Ich hab mit 16 aufgehört, Fleisch zu essen. Seit zwei Jahren lebe ich vegan. Ich habe schon immer gern viel frisches Obst und Gemüse gegessen, von daher hat mich die Rohkost auch gleich angesprochen, als ich vor anderthalb Jahren auf der ersten Veggieworld in Wiesbaden meinen ersten Grünen Smoothie probierte. Damals war ich als Reporterin für die RTL 2 News dort und durfte alles probieren. Das war natürlich toll! Danach hab ich viel über Rohkost gelesen und fing an, selbst meine ersten grünen Smoothies zu machen und mehr und mehr auszuprobieren. Ich bin sehr experimentierfreudig. Und weil ich gemerkt hab, wie gut es mir tut und wie lecker Rohkost sein kann, auch wenn die Bezeichnung für jemanden, der sich damit nicht auskennt, ja erstmal eher fade klingt, esse ich heute sehr viel Rohes. Wobei ich aber auch mal leckere nicht-rohe Sachen esse, solange sie vegan sind. Ernährung sollte Spaß machen und auf nette Abende mit Freunden und einer guten Pizza oder die von meiner Mutter mit Liebe gekochte vegane Suppe mag ich nicht verzichten.

Wie definieren Sie Rohkost für sich persönlich?

Rohkost ist für mich viel frisches, gesundes Essen mit möglichst biologischen, saisonalen Zutaten, die nicht über 42 Grad erhitzt wurden - und im Idealfall schnell und unkompliziert zu einem leckeren Gericht zusammengestellt werden. Was nicht immer der Fall ist. Es gibt in der Rohkost ja die ausgefallensten, tollsten Sachen. Ganz köstliche Kuchen beispielsweise... Da ich aber keine Rohkost-Köchin bin, freue ich mich immer wieder, wenn ich so etwas im Restaurant bekomme. In Deutschland ist das bislang leider nur selten der Fall.

Würden Sie sich selbst als Rohköstlerin bezeichnen? 

Ich bin kein großer Freund von Labels. Auch wenn "vegan" ja auch ein Label ist. Aber ich mag es nicht, mich in eine Form wie "100 Prozent roh" zu pressen. Ich versuche, auf meinen Körper zu hören und ihm zu geben, was er braucht, um gesund, fit und zufrieden zu sein. Und mein Körper mag abwechslungsreiches, leckeres Essen, das man zu einem sehr großen Anteil als Rohkost bezeichnen würde. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wie und wann sind Sie auf die Rohkost aufmerksam geworden und warum haben Sie sich dazu entschieden sich (teilweise) auf diese Art zu ernähren?

Wie gesagt, vor anderthalb Jahren auf der Veggieworld. Ich bin einfach ein offener, kreativer und experimentierfreudiger Mensch und als solcher hab ich natürlich sofort mehr darüber wissen wollen. Rohkost hat noch mehr Abwechslung in meinen Speiseplan gebracht. Wenn der Tag schon mit einem Chia-Seed-Pudding mit Beeren und Kokoscreme beginnt, bin ich nicht nur lange fit, sondern auch zufrieden und glücklich. Außerdem mache ich seit Jahren Yoga und meditiere und auch da hat Rohkost etliche Vorteile. Mehr Fitness, Wachheit und Klarheit beispielsweise. Außerdem sieht meine Haut heute klarer und strahlender aus. Alles Gründe, mich so zu ernähren, wie es mir gut tut.

Welche Verbindung besteht für Sie zwischen den Begriffen „Rohkost“ und „Genuss“?

Eine ganz klare. Ich habe so viele unglaublich leckere Rohkostgerichte probieren dürfen. Die Gourmet-Rohkost ist bislang ja vor allem in den USA ein Trend und kommt jetzt immerhin so langsam auch in Deutschland an, vor allem in Berlin. Ich war aber schon immer der Meinung, dass es nichts bringt, wenn Essen nur gesund ist und nach nichts schmeckt. Das Leben ist zu kurz für fades, langweiliges Essen.

Wo sehen Sie den Unterschied zwischen Rohkost in Deutschland und in anderen Ländern?

Es tut sich langsam was. In den USA ist Raw Food oder Living Food ja schon lange ein richtiger Trend und ich freue mich jedes mal, wenn ich in New York bin und an jeder Ecke grüne Säfte, Superfood-Smoothies oder leckere Raw Food Restaurants finde. In Deutschland gibt es das meiste Angebot bislang in Berlin, soweit ich weiß. Zum Glück lebt meine Schwester da!

Gibt es besondere Produkte, bei denen Sie vor allem auf die Rohkostqualität achten. Wenn ja, welche sind dies und warum gerade hierbei?

Ich liebe rohes Kokosöl und Kokosmus. Das schmeckt nicht nur prima in Smoothies und Desserts, sondern pflegt auch Haut und Haare. Ansonsten nutze ich auch Pulver wie Maca, Acai und rohen Kakao. Ich mach mir auch gerne selber Rohkostpralinen mit rohen Gojibeeren, Maulbeeren, Walnüssen und Buchweizenkeimlingen. Unglaublich gut! Damit hab ich auch schon viele meiner Freunde begeistern können.

Gibt es ein bestimmtes Rohkost-Gericht, welchen Sie besonders mögen und gerne weiterempfehlen können?

Mein Lieblings-Klassiker ist eine rohe Schokocreme. Einfach reife Bananen, Avocado, eingeweichte Datteln, Kakaopulver und in Kokoswasser eingeweichte Chiasamen in den Mixer. Ein paar Tropfen frischen Limetten oder Orangensaft dazu, ein wenig Himalayasalz, Vanille und Zimt. Das alles mixen und mit Kokosraspeln und Gojibeeren garnieren. So unglaublich gut!

Welche Vor- und Nachteile sehen Sie im Bereich der Rohkostszene allgemein?

Es ist toll, dass es so viele wunderbare Menschen gibt, die zeigen, wie lecker und vielfältig gesundes Essen sein kann! Einzig zu dogmatisch sollte es meine Meinung nach nicht sein. Es geht beim Essen, wie bei allem, um die richtige Balance. Und um Spaß, Freude und Genuss. Natürlich versuche auch ich, meine Eltern oder Freunde zu begeistern, etwa indem ich ihnen etwas Leckeres zaubere oder wir toll essen gehen. Aber gesunde Ernährung sollte immer ein Gewinn und niemals Zwang sein. Und, wie sagt man hier in Köln so schön: jede Jeck is anders. Jeder weiß selbst am Besten, was er braucht, wenn er in sich hinein hört.

Liebe Frau Mende, wir danken Ihnen für dieses spannende Interview!

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