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Die Rettung des Erwin Corpataux

31.08.2012 08:50

Lest heute Teil 2 von Erwin Corpatauxs atemberaubenden Erlebnissen am K2:

K2

"Mein Schutzengel leistet wieder einmal ganze Arbeit… DANKE,DANKE… Wie durch ein Wunder schlage ich immer nur auf weicherem oder auch hartem Schnee auf…stürze weiter..., bis ich schreie „Herrgott Hilf“…

Spontan, nach diesem Hilfe-Schrei, überschlägt es mich noch einmal, so dass ich mit den Füßen nach unten, in einem Lawinen Schneehaufen geschleudert werde, der zum Glück mit weicherem Schnee vermischt, noch nicht all zu hart ist! Da bleibe ich endlich stecken!

Der Schnee färbt sich blutrot um mich… Schürfungen, unzählige Prellungen, beide Füße stark gestaucht, sehr starke Schmerzen… Aber, wie sich später erweist, kein einziger Knochen gebrochen!! Ein Wunder…? Oder das Resultat meiner extrem gesunden Lebensweise…? Ich fühle mich zwar sehr, sehr müde und schwach, so als wäre ich zwischen zwei Schwergewichts-Boxweltmeister geraten, aber ich lebe… und kann all meine Glieder bewegen…! DANKE mein lieber Schutzengel…DANKE GOTT!

Meine Kollegen haben meinen Absturz nicht bemerkt…Nebel und Felsen verdeckten die Sicht… 20 Meter über mir liegt mein Eispickel. Ich brauche ihn unbedingt, um die letzten 150 Höhenmeter des K2 abzusteigen! Ich muss meinen ganzen Willen einsetzen, und brauche mindestens eine ¼ Stunde um diese 20 Meter aufzusteigen… Es schmerzt fürchterlich aber ich schaffe es…
Nun muss ich bis zum Fuß des Berges absteigen… ganz langsam…, wo mich die 2 Kollegen endlich einholen… Sie begleiten mich die restlichen 2,5 km über den großen, flachen Godwin-Austen-Gletscher, bis in unser Basis-Lager… Ich brauche sehr viel Zeit und Geduld für diese kurze Strecke… Jeder Schritt schmerzt entsetzlich, auf dieser mit Steinen übersäten Gletschermoräne… Zu all den Schwierigkeiten, peitscht mir die ganze Zeit des Rückmarsches ins Basislager, noch ein Schneesturm, gesättigt mit Eiskristallen, waagrecht ins Gesicht und in die Augen…!
Ich frage mich langsam, ob sich die NATUR vielleicht noch andere „Folter-Methoden“ für mich ausdenkt…?? Könnte ja zum Nachtisch noch von einem Blitz grilliert werden, oder mich von einer Lawine überrollen lassen…! Abenteuer pur, im Multipack…wenn schon…?

Fühle mich äußerst schwach… und kühle immer mehr aus…! Das rechte Auge und ein Teil des Gesichts schwillt immer mehr an! Hätte keine Lust jetzt in einen Spiegel zu schauen! Als Vogelscheuche in einem Garten würde ich mich jetzt bestens bewähren…! Spaß beiseite! Ich muss meinen ganzen Willen und die letzte Energie aufwenden um das BASE CAMP zu erreichen…

Im Koch- und Schlafzelt von Karim, unserem Hunza-Koch, bekomme ich Wärme, gute Pflege und Geborgenheit… Die Einheimischen sind sehr hilfsbereit und liebevoll… Ich verweigere sämtliche chemische Schmerzmittel und nehme nur ein paar homöopathische Kügelchen (S.O.S + Arnika). 3 Tage muss ich da warten, bis mich ein Helikopter von der pakistanischen „Special Air Force“ (Armee-Helikopter), am 4. Tag morgens um 9 Uhr, bei strahlendem Wetter, endlich abholt…

 

Rohkost-Interesse im Militär-Camp

1. Juli 2012… Der junge Verbindungs-Offizier (Liaison Officer) welcher für das K2 Base Camp zuständig ist, wird heute ebenfalls mit mir zurückgeflogen in das ca. 160 km entfernte Städtchen SKARDU, welches über einen Militär- und einen Zivilflughafen, sowie auch über ein Militär- und ein Zivilspital verfügt…
Dass ich hohe Geschwindigkeiten liebe und sehr gerne fliege, egal mit was, merkt der Pilot und sein CO-Pilot schnell einmal… Beide tragen hier oben noch die Sauerstoffmasken... Pilot Fazial ist Helikopter-Flug-Instruktor! Die totale Flugzeit bis nach SKARDU dauert ca. eine Stunde…

Der Pilot fliegt für mich zwei Zusatzrunden… und landet ca. auf halber Strecke, beim Militär-Camp am Ende des BALTORO-Gletschers, wo wir zum Mittagessen eingeladen werden… Hier ist das Fotomachen verboten…! Sonst alles Super…! Zuerst gibt es ROHKOST (Hunza-Aprikosen mit den Kernen..., Rosinen, Mandeln…) aber dann auch Kartoffel-Taschen mit Gemüsefüllung, selbst gemachte „Pommes frites“… und: Kein Fleisch!! Wasser + Tee.. Die Militärs (ca. 25 Leute hier) haben heute wenig zu tun… Sie beginnen mir viele Fragen zu stellen: Über meine Art zu leben…, über meine Ernährung (Vitalkost), usw.… Ich bin sehr überrascht, wie offen und interessiert hier die Einheimischen für eine „gesunde Lebensweise“ sind… 2,5 Std. dauert mein Vortrag (trotz meiner schwachen Englischkenntnisse). Sie scheinen mich zu verstehen… Niemand läuft davon, einige machen sich Notizen… Diese Militärs hier wollen selber auch keinen Krieg! Sie betrachten ihre Armee nur als heute noch notwendig, um ihre Heimat gegen Angriffe von außen zu verteidigen…,
zur Bekämpfung von Terrorismus…, und um den Frieden zu sichern! Wir sprechen auch über das Töten und Quälen der Tiere… Und über vieles mehr… Es kommt mir vor, als hätte ich ihre Herzen sehr berührt… Ich staunte, wo ich all die englischen Wörter hervor holte, die mir plötzlich einfielen…



Lest am Dienstag, wie es Erwin gelang vom Militär-Camp zurück in die Schweiz zu gelangen.

Teil 1 - Verunglückt: Drama pur bei Expedition Pro Natur

 

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